Archive for the ‘geschichte’ Category

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organisation ist alles

15.Dezember 2008

ich habe diese woche geburtstag, vielleicht weiss der ein oder andere das. nun war es bisher immer so dass ich meinen geburtstagskaffee mit der familie bei meinen eltern hatte. tja, aber die zeiten ändern sich wohl ein wenig. zumindest habe ich das jetzt erfahren dürfen. nachdem ich meiner mutter den vorschlag gemacht hatte den kaffee auf den 4. advent zu legen kam von ihr nur die antwort ‚das ist toll, dann kommen wir zum kaffee zu dir‘ uff! im ersten moment war ich geschockt und auch irgendwie überrumpelt. im zweiten moment kamen mir gedanken wie ‚ich hab zu wenig geschirr!!‘ oder ‚wo setz ich die denn alle hin??‘

nun ist es aber so, dass ich schon irgendwie ein organisationstalent bin. schliesslich habe ich es auch drei ganze jahre geschafft an meiner alten schule das catering für jegliche schulaufführungen zu managen. inklusive gewinn und immer mit wenig bis gar keinem überhang an getränken bzw buffet. also habe ich mir von meiner freundin schonmal kuchenformen organisiert zum backen. mein dad wird die woche einen tisch und 4 stühle bringen und etwas von dem geschirr. ebenso bringt er mir einen kaffee-filter mit kannee vorbei da ich nur eine s*nseo besitze und das a) sehr teuer wird, da alle kaffee trinken und b) der erste kaffee mit grösster wahrschenlichkeit kalt ist wenn der letzte seinen kaffee hat. im wohnzimmer ist genug platz für den tisch und meine brüder müssen halt auf der couch sitzen. die sind jung und können das 🙂

auf der einen seite freu ich mich weil es so irgendwie richtig ist. aber trotzdem hab ich bammel ob das alles so klappt und passt. naja, wir werden es ja sehn. und meine kleine terror-katze wird mal mitbekommen ist wenn die hütte hier wirklich voll ist. sie kennt das ja gar nicht. bin gespannt wie sie sich dann verhält. wo die kleine doch so neugierig ist 😉 fotos von dem ganzen chaos werd ich auch machen. mal sehn ob ich sie hier reinstell. zumindest damit man mal sieht wie ich doch alles auf meinen 55qm hinbekommen habe 🙂

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Abstand

2.August 2008

Wie oft hab ich sie schon gesehn und mich immer wieder versteckt, wenn sie in meine Nähe kam. Ich habe jede Möglichkeit gesucht sie zu sehn wollte aber nicht, dass sie es mitbekommt. So lauere ich ihr Tag für Tag an der gleichen Stelle auf. Wie gut, dass sie immer die gleiche Strecke zur Arbeit geht. Ich kenne schon jeden noch so kleinen Winkel, jede Ecke wo ich mich verstecken kann falls sie sich doch mal umdreht. Das passiert jedoch recht selten. Sie ist mit ihren Gedanken immer ganz woanders. So scheint es mir zumindest. Sie schaut vor sich hin, hat aber keinen bestimmten Punkt im Blick. Ihr Gang ist stramm, erinnert ein wenig ans Marschieren beim Bund. Anfangs hatte ich Mühe da mitzuhalten, aber ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt. Ich halte immer einen gewissen Abstand. Aber es fällt mir sehr schwer, denn ich kenne den herben Duft der sie umgibt, Jean Paul Gaultier ‚Homme’. Vor einigen Wochen habe ich mal an der Kasse hinter ihr gestanden, da war es allerdings wirklich ein Zufall. Ihr Duft stieg in meine Nase. Seitdem versuche ich mich immer an diesen Tag, an ihren Geruch zu erinnern. Manchmal wache ich sogar nachts auf und kann sie riechen, ganz nah bei mir. Als würde sie neben mir liegen.

Ich folge ihr also, beobachte ihren Gang, wie sie sich bewegt. Ich bin fasziniert von ihrer Schönheit. Sie ist jetzt nicht der Model-Typ oder so, sie ist einfach schön. Eine grosse schlanke Frau. Sie sieht sportlich aus. Blonde kurze Haare, die sie wie jeden Tag mit Gel gestylt hat. Sie ist sicher so eine Frau, der man nicht an die Haare gehen darf, da steckt doch so viel Arbeit drin. Ich male mir in Gedanken aus, wie sie morgens vor dem Spiegel steht. Sie braucht nicht sonderlich lange im Bad. Sie sieht nicht wie ein Püppchen aus, das Stunden vor dem Spiegel verbringen muss, damit sie sich auf die Strasse trauen kann. Sie hat eine natürliche Schönheit.

Aber was ist das, sie ist weg. Sie ändert sonst nie den Weg. Ich schaue mich um und entdecke sie vor einem Schaufenster. Sie schaut sich die Auslage mit den neuesten Modetrends an. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass sie sich gerne so kleiden würde, wenn ich sie mir so anschaue in ihren blauen Jeans und dem Rolli unter der beigen kurzen Jacke. Aber ihr steht bestimmt alles, sie hat eine tolle Figur. Ich stelle mich am Schaufenster neben sie und schaue ebenfalls die Auslage an. Sie schaut zu mir rüber und lächelt. Sie muss mich für ein wenig bescheuert halten denn ich hab die ganze Zeit ein Grinsen auf dem Gesicht.

Sie wendet sich ab und geht weiter den gewohnten Weg. Ich lasse mir Zeit, zünde mir noch eine Zigarette an und folge ihr wieder. Dann biegt sie ab und geht durch die Tür. ‚Das war es dann wohl’ geht mir durch den Kopf. Ich weiss ganz genau, dass ich jetzt bis morgen warten muss, um sie wiederzusehen. Dann werde ich ihr wieder folgen, immer im sicheren Abstand.

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der erste kuss

16.Juli 2008

Da sitzen wir nun. Keine weiss genau, was die andere in diesem Moment denkt. Meine Gedanken überschlagen sich. Ich schaue in den Himmel und fang an die Sterne zu zählen. Aber ich komme nie besonders weit. Ihre Schönheit, diese leuchtenden Augen lenken mich immer wieder ab. Sie schaut gerade aus, die Lichtung hinunter. Ich versuche ihrem Blick zu folgen, will das gleiche sehn wie sie. Keine Chance, sie bleibt mit ihren wunderschönen klaren Augen nie lange an einem Punkt. Ich weiss nicht, wie lange wir nun schon hier sind und uns anschweigen. Warum sagt sie denn nichts?! Ich lege mir meine Worte im Kopf zurecht, will ein Gespräch beginnen, die Stille durchbrechen. Ich schaue sie an und hole tief Luft. In diesem Moment beginnt sie mir zu erzählen, dass sie schon immer gerne nachts draussen gewesen wäre. Sie würde zu gern das Geheimnis der Dunkelheit verstehn. Ich bin faszinierd von ihrer Wortwahl, wie sie ganz einfach aber präzise von den einzelnen Sternbildern spricht. Ich höre ihr einfach nur zu. Versuche den Klang ihrer Stimme in meinem Kopf einzufangen. Die ganze Zeit über schaut sie mich nicht an. Ich kann den Blick einfach nicht von ihr wenden. Selbst in der dunklen Nacht leuchten ihre Augen in dem intensiven blau. Das ist mir als aller erstes aufgefallen. Diese Augen… Ich kann es nicht erklären. Meine Gedanken sind ganz woanders als sie mich in die Seite knufft. Ich zucke zusammen, fühle mich ertappt. Aber es scheint, als hätte sie nicht registriert, dass ich schon nicht mehr beim Sternbild des Orion war. Sie redet munter weiter. Mittlerweile schaut sie ab und zu in meine Richtung. Wendet den Blick aber ab sobald sich unsere Blicke treffen. Ich kann ihre Unsicherheit ganz genau spüren. Spürt sie etwa auch meine? Ich versuche locker zu wirken, schlage die Beine übereinander und lasse mich langsam rückwärts ins Gras sinken. So hab ich einfach einen besseren Blick auf das, was sie mir gerade erklärt. Ich versuche mich also wieder auf ihre Worte zu konzentrieren. Hin und wieder dreht sie sich zu mir um und schenkt mir ihr bezauberndes Lächeln. Wollte ich mich nicht konzentrieren? Schon wieder vorbei. Ich starre auf ihren Rücken, wie er sich immer leicht bewegt wenn sie atmet. Was hat diese Frau nur mit mir gemacht? Ich fühle mich wie auf Wolke 7, spüre die Schmetterling in meinem Bauch umherschwirren sobald ich an sie denke. Ich kann mich gar nicht erinnern wann ich das letzte Mal so gefühlt habe.

Plötzlich zucke ich wieder zusammen. Warum war ihr Gesicht so nah vor meinem? Ich weiss nicht so Recht, wo ich hinschauen soll. Will sie mich etwa küssen? Sie muss die Verwirrung in meinem Blick erkannt haben und zieht ihr Gesicht wieder weg von meinem, wendet sich sogar ganz ab von mir. Ich versteh die Welt nicht mehr. Die Schmetterlinge in meinem Bauch fahren wie auf einer Achterbahn. Ich setze mich wieder auf, berühre sie dabei unabsichtlich. Diesmal zuckt sie zusammen, schaut mich aber nicht an. Und da ist sie schon wieder, diese Unsicherheit. Ich würde so gern ihr Gesicht in meine Hände nehmen und ihr einen sanften Kuss geben. Aber ich bin wie immer ziemlich feige.

So kann es doch nicht weitergehn. Ich versuche mich wieder zu ordnen, versuche meinen Gedanken eine Richtung zu geben. Dann, wie von alleine bewegt sich mein Arm näher zu ihr. Meine Hand sucht ihre und greift danach. Ihre Hand ist warm und weich. Sie übt leichten Druck auf meine Hand aus, sie mag es also, wenn ich sie anfasse. Den Schmetterlingen in meinem Bauch wird schon richtig schlecht von den ganzen Loopings, die sie in diesem Augenblick fahren müssen. Das ist mir aber eigentlich ziemlich egal in diesem Moment.

Keine von uns traut diesen wunderbaren Moment durch Worte zu zerstören. So halten wir uns an der Hand und schauen einfach nur in den Himmel, betrachten die Sterne, wie sie funkeln. Ich hätte ewig so mit ihr zusammen sitzen können, wenn da nicht ihre Eltern wären, die auf sie warten. Es ist schon nach eins. Sie weiss, dass es wieder Ärger gibt. Ich schaue sie an und sie nickt nur wortlos. Wir stehen auf und gehen zurück zum Auto. Wieder endloses Schweigen, die ganze Fahrt über. Ich darf sie nicht bis vor die Tür fahren, sie hat Angst, dass ihre Eltern etwas ahnen könnten. Ich halte an der gleichen Ecke, wo ich sie auch abgeholt hab. Wir schauen uns an. Während der ganzen Fahrt hatte ich ihre Hand nicht losgelassen. Sie öffnet die Tür und will gehn. Ich zieh sie an ihrer Hand zurück ins Auto und gebe ihr einen sanften Kuss. Ihre Lippen schmecken süss, wie Honig. Sie lässt meine Hand los, schaut mich noch einmal an und steigt dann wortlos aus. Ich aber bleib verwirrt in meinem Auto sitzen. Was hatte das alles zu bedeuten? Ich weiss nicht, was ich denken soll. Ich drehe den Schlüssel um und fahre wie in Trance nach Hause. Ich lege mich in mein Bett, die Bilder des Abends immernoch vor meinem geistigen Auge. Das letzte woran ich mich erinnern kann bevor ich einschlief war der Geschmack ihrer Lippen auf den meinen…