h1

dein tag (part II)

12.Dezember 2008

heute vor zwei jahren, eigentlich genau um diese zeit (ca. 10:00h) haben wir telefoniert. du hast mir erzählt wie nett die schwestern auf station sind und dass die junge ärztin voll und ganz auf dich eingeht. die junge ärztin war eine freundin von mir, sie wusste wie wichtig du mir bist. du hast erzählt wie gut es dir wieder ginge und dass auch die übelkeit weg sei. du konntest frühstücken und hattest eine liebe bettnachbarin erwischt (das ist ja nicht immer so einfach im krankenhaus). ich hatte dir versprochen rüber zu kommen sobald ich unter der dusche war. ich hatte besuch von meiner ex und wir hatten die ganze nacht dvd geschaut und geredet. du kanntest sie und mochtest sie.

1 1/2 std später klingelte mein telefon erneut, es war das krankenhaus. der oberarzt teilte mir mit dass du gestorben seist…

ich höre es gerade jetzt wieder im ohr und weiss noch immer wie es mir zu dem zeitpunkt ging und auch heute noch geht. meine welt zerbrach innerhalb sekunden und ich war am boden zerstört. der mir wichtigste mensch war nicht mehr da.

auch heute denke ich viel an dich und merke dass der schmerz nur geringfügig nachgelassen hat. den friedhof habe ich in den letzten beiden jahren nur 2x betreten. auch heute werde ich nicht hinfahren, ich schiebe meinen job vor. aber i meinerm herzen bist du immer bei mir und meine gedanken sind täglich bei dir. verzeih mir, dass ich dich nicht ‚besuchen‘ kann. es tut mir einfach zu weh…

oma, ich vermisse dich! ich werde dich immer vermissen denn du warst der wichtigste mensch in meinem leben. du hast dich für mich interessiert und mich so akzeptierst wie ich bin. du warst immer für mich da. dafür möchte ich dir nochmal danke sagen. ohne dich wäre ich nicht das geworden was ich heute bin!

4 Kommentare

  1. *drück* Einfach ohne viele Worte.

    Und zum Friedhof: Es kommt nicht darauf an, jemanden auf dem Friedhof zu besuchen. Solange du ihn immer in deinem Herzen trägst, ist er sowieso bei dir. Habe 18 Jahre gebraucht, um das zu lernen. Heute habe ich mich mit mir selber ausgesöhnt, weil ich meinen Vater so selten auf dem Friedhof besucht habe. Aber ob man hin geht oder nicht… es ändert nichts an den Gefühlen. Also, für mich nicht. 🙂


  2. @fr w
    danke. leider vermittelt mir mein direktes umfeld etwas anderes bezüglich des friedhofes. ich würde mich nicht auseinandersetzen und es so nicht wahr haben wollen. sicher ist es auch eine strategie zum vermeiden, verdrängen. aber ich weiss sehr wohl dass meine oma tot ist. nur muss ich mir das mit einem grabstein nicht immer wieder vor augen halten. ich denke meine oma würde mich verstehen, würde es akzeptieren. sie kennt mich und weiss dass ich trotz harter schale einen verdammt weichen kern habe. sie weiss, dass ich sie im herzen trage…


  3. ich erinnere mich noch an die nachricht, und wie eine gewisse dumme frau nicht mal den anstand hatte, dir zu kondulieren.

    beim lesen deines textes schossen mir die tränen in die augen. ich wär gern bei dir, einfach so.

    wenn dein umfeld nicht akzeptieren kann, dass du nicht auf den friedhof gehen kannst, sind sie doof. denn jeder trauert auf seine weise, jeder hat seine eigenen grenzen. ich kann die leute nicht verstehen, wenn sie einem nicht auf seine eigene art trauern lassen.

    und ich habe deine oma zwar nicht gekannt, aber ich bin mir verdammt sicher, dass sie dich versteht und es nicht schlimm findet, dass du nicht zum grab gehen magst.

    *dich ganz ganz feste drück*
    hdl!


  4. Ach Tommy..

    wenn ich deinen Text lese, denke ich an meine Oma und ich glaube sie waren sich sehr ähnlich. An dem Tag als meine Oma starb, wollte ich mit ihr vorher telefonieren, was aber nicht ging weil sie schlief. Ich wollte sie dann später anrufen, jedoch kam die Nachricht dass sie gestorben ist vorher.
    Mir fällt es auch verdammt schwer zum Friedhof zu gehen und habe da das „Glück“ 500km weit entfernt zu wohnen, so dass ich nicht oft hingehen „muss“. Ich finde, man sollte dort eben auch nur hingehen, wenn man sich danach fühlt. Meine Oma hat mir damals mal gesagt, dass man zum beten auch nicht unbedingt in einer Kirche sein muss. Und ich glaube deine Oma legt da auch keinen Wert drauf dass du bei ihr am Grab stehst. Sie weiß dass du sie im Herzen hast und das ist viel mehr wert.



Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: