kurz zu gestern:
um eins (übergabe-beginn) kam die stellvertretende pflegedientleitung und zog uns die praktikantin ab weil auf der inneren so viel zu tun sei. dass aber unsere stationsleitung schon am vormittag gesagt hatte, dass das nicht möglich sei weil auch bei uns der bär brennt war egal. also haben meine kollegin und ich mal wieder überstunden und keine pause gemacht. burn out, ick hör dir trapsen…
heute morgen:
04:50h der wecker klingelt das erste mal. okay, noch zehn minuten…
05:00h der wecker klingelt das zweite mal und ich stehe auf. das gesicht im spiegel kenn ich nicht, beweg mich aber trotzdem unter die dusche. da war ich zwar erst vor sieben stunden aber es muss einfach nochmal sein.
05:40h ich sitz in meinem auto, zünde im halbschlaf die zigarette an und lasse mich von mika zur arbeit bringen. mein auto kennt den weg gut.
05:55h ich sitze auf station und sehe wie die nachtschwester noch wie ne irre rumrennt. die nacht scheint wohl das weitergeführt zu haben was meine kollegin und ich im spätdienst hatten.
06:30h auf in die ersten zimmer. das übliche… blutdruck, puls und fieber messen. noch eben schnell das bett glatt ziehen, heparin-spritzen verteilen und ins nächste zimmer. noch hier und da rasieren, da OPs anstehen und die ärzte nicht gern die haare in ihrem OP-feld haben.
07:28h visite! normalerweise dauert es gut 25 minuten am morgen um die erste hälfte (wir teilen den ganzen flur in zwei bereiche auf) zu schaffen. aber während die anderen um kurz vor acht anfangen das frühstück zu verteilen habe ich noch vier von acht zimmern vor mir und muss die ärzte ein wenig antreiben. ist ja nicht so, dass ich nicht noch mehr zu tun hab. aber wir schwestern schaffen unsere arbeit ja immer irgendwie.
08:39h noch schnell die labore für den heutigen tag vorbereiten. visite ausarbeiten? nee, keine chance. noch zwei patienten brauchen hilfe beim waschen und meine kollegin hat noch vier von der sorte zu versorgen. also erstmal sehen, dass die alle fertig werden. nachdem wir diverse leute aus der sche*sse gezogen und jede menge nierenschalen entsorgt haben schau ich auf die uhr und wir haben…ups, schon viertel nach zehn. bis hierhin habe ich weder gegessen (was nicht sonderlich schlimm ist) nur ein glas cola getrunken, meine visite noch nicht mal angesehen noch bin ich mal auf toilette gewesen. aber wieso auch, das wenige was ich getrunken habe hab ich bereits wieder ausgechwitzt. wir haben mindestens 35 grad auf unserem flur und unsere polyester-klamotten sind nicht gearde atmungsaktiv. jetzt noch schnell verbände machen. mist, da hat n arzt wieder mist gebaut und wir dürfen sehn wie wir die verbände ‘basteln’ damit auch wirklich alles um drainagen, zugänge und folien hält.
11:00h praktikantin und schülerin werden unterrichtet wer was essen darf, denn in einer halben stunde wird auch das schon wieder auf dem flur stehen. noch schnell die mittags-medis gestellt, so zwischen tür und angel aber man hat ja routine.
11:15h die intensiv-station ruft an, wir haben noch eine übernahme. aufgelegt klingelt es wieder, der OP verlangt den ersten patienten. jetzt geht es 10-minuten-takt, denn wir haben ab mittags drei OP-säle wo die chirurgen operieren können. visite ausgearbeitet? nee, natürlich noch nicht. berichte geschrieben? ach was, wo kommen wir denn dahin?!
12:00h endlich mal sitzen. visite ausarbeiten, medikamente für zwei tage vorstellen und berichte schreiben. das alles müsste in einer stunde geschafft sein, denn dann kommt der spätdienst. aussichten eher schlecht.
13:10h endlich können wir mit der übergabe anfangen. berichte werden erst danach geschrieben, da keine zeit mehr war.
14:15h meine kollegin und ich stehn in der umkleide und sind froh dass wir es hinter uns haben. wir haben weder gegessen, noch ausreichend getrunken oder waren mal auf toilette. aber das alles fällt uns erst auf als wir draussen vor der tür stehen und ich mir eine zigarette anzünde. aber jetzt wollen wir einfach nur noch nach hause, und zwar beide.
was man hier nicht lesen kann was alles gemacht wurde und wie anstrengend die zum grossen teil körperliche arbeit war. ohne unsere praktikantin und schülerin wären wir aufgeschmissen gewesen. und auch die leitung, mit der wir sonst immer stress haben, hat mitgearbeitet. wir haben trotz allem lachen können und hatten spass, auch wenn man das nicht glauben kann. die belastung wird immer grösser, aber wenn man so toll zusammenarbeitet wie wir heute macht es trotz allem spass
) und trotzdem ist man froh wenn man das irrenhaus verlassen kann ;o)